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XnView

XnView Official Website ist ein Bildbetrachter, Medienbrowser und Konvertierungstool mit Fokus auf Geschwindigkeit und Formatvielfalt. Die Software existiert in mehreren Varianten, wobei XnView MP die moderne Mehrplattform-Version für Windows, macOS und Linux ist. XnView versteht sich weniger als kreative Bildbearbeitung und mehr als pragmatisches Verwaltungswerkzeug für große Bildmengen. Genau deshalb wird das Tool von vielen unterschätzt – besonders außerhalb klassischer Fotografen-Workflows.

Funktionen & Features

XnView kombiniert mehrere Rollen gleichzeitig:

  • Bildbetrachter

  • Datei-Browser

  • Stapelkonverter

  • einfache Bildbearbeitung

  • Metadatenverwaltung

Die größte Besonderheit bleibt die enorme Formatunterstützung. XnView kann hunderte Bild-, Grafik- und teilweise auch Videoformate öffnen oder konvertieren. Gerade bei älteren Archiven, exotischen Formaten oder gemischten Medienbibliotheken ist das extrem praktisch.

Der eigentliche Workflow-Fokus liegt klar auf Verwaltung und Sichtung:

  • schnelle Thumbnailansicht

  • Ordnernavigation

  • Bewertungen

  • Tags

  • Kategorien

  • Metadatenbearbeitung

  • Duplikatsuche

Besonders stark sind die Batch-Funktionen:

  • Stapelumbenennung

  • Batch-Konvertierung

  • Größenänderung

  • Wasserzeichen

  • Formatmigration

  • Metadatenänderungen

Für Fotografen mit großen Bildmengen spart das im Alltag oft mehr Zeit als spektakuläre AI-Funktionen.

Bildbearbeitung existiert zwar ebenfalls:

  • Zuschneiden

  • Farbkorrektur

  • einfache Retusche

  • Filter

  • Schärfung

Der Schwerpunkt liegt aber klar nicht auf High-End-Editing.

AI-Funktionen spielen praktisch keine Rolle. XnView konzentriert sich bis heute stark auf klassische Medienverwaltung und schnelle lokale Verarbeitung statt generativer Features oder semantischer Bildsuche.

Stärken

Die größte Stärke ist Geschwindigkeit.

XnView wirkt oft deutlich direkter und leichter als komplexe DAM-Systeme oder Adobe-Software. Große Ordner lassen sich schnell durchsuchen, sortieren und organisieren.

Dazu kommt die enorme Formatkompatibilität. Gerade Designer, Archivare oder Nutzer mit älteren Bildsammlungen stoßen regelmäßig auf Dateien, die andere Tools nur widerwillig öffnen.

Sehr stark bleiben außerdem die Batch-Werkzeuge. Wer regelmäßig:

  • Dateien umbenennt

  • Bilder konvertiert

  • Wasserzeichen setzt

  • Größen anpasst

  • Metadaten pflegt

bekommt hier eines der praktischsten Werkzeuge überhaupt.

Positiv ist auch die lokale Arbeitsweise. Keine Cloud, keine Datenbankpflicht, keine AI-Credits, keine versteckten Online-Abhängigkeiten.

Für viele professionelle Nutzer ist außerdem wichtig, dass XnView relativ ressourcenschonend bleibt. Das Tool läuft auch auf älterer Hardware oft überraschend flüssig.

Gerade Linux-Nutzer finden nur wenige ähnlich flexible Alternativen.

Schwächen

XnView hat ein massives Identitätsproblem.

Die Software kann extrem viel, wirkt dadurch aber teilweise wie eine Sammlung lose zusammengewürfelter Funktionen statt wie ein modernes Gesamtsystem.

Die Oberfläche wirkt funktional, aber altmodisch. Viele Menüs erinnern eher an klassische Windows-Utilities als an moderne Kreativsoftware.

Auch die Bildverwaltung bleibt vergleichsweise simpel. Für riesige professionelle Archive fehlen oft:

  • intelligente Suchsysteme

  • semantische Bildanalyse

  • AI-Tagging

  • moderne DAM-Funktionen

  • Cloud-Workflows

Im Vergleich zu Eagle oder Lightroom wirkt XnView organisatorisch deutlich primitiver.

Die Bildbearbeitung reicht außerdem nur für Basisaufgaben. Wer ernsthafte Retusche, RAW-Entwicklung oder Compositing erwartet, landet schnell bei Photoshop, Lightroom oder Capture One.

RAW-Unterstützung existiert zwar, erreicht aber weder die Qualität noch die Workflow-Reife spezialisierter RAW-Editoren.

Ein weiterer Punkt: Die Software wirkt teilweise überladen. Gerade neue Nutzer müssen sich durch viele Optionen und Werkzeuge kämpfen, die nicht immer logisch organisiert erscheinen.

Für wen ist das Tool geeignet?

XnView passt gut zu:

  • Fotografen mit großen lokalen Bildarchiven

  • Designern mit gemischten Dateiformaten

  • Nutzern mit Fokus auf Batch-Verarbeitung

  • Linux- und Power-Usern

  • schnellen Sichtungs- und Verwaltungsworkflows

Weniger geeignet ist es für:

  • professionelle RAW-Entwicklung

  • moderne AI-Workflows

  • High-End-Retusche

  • kreative Moodboard- oder Inspirationsverwaltung

  • Nutzer mit Wunsch nach moderner UX

Einordnung im Markt

XnView sitzt irgendwo zwischen klassischem Bildbrowser, Medienmanager und Utility-Tool.

Im Vergleich zu Adobe Bridge wirkt XnView leichter und teilweise schneller, dafür aber weniger tief in professionelle Kreativpipelines integriert.

Eagle bietet deutlich modernere visuelle Organisation und bessere kreative Assetverwaltung. XnView bleibt dafür pragmatischer und universeller.

Lightroom oder Capture One konzentrieren sich klar auf fotografische Entwicklung. XnView dagegen versteht sich primär als Verwaltungs- und Konvertierungswerkzeug.

Interessant ist vor allem, dass XnView sich dem aktuellen AI-Trend fast komplett entzieht. Das Tool versucht nicht, kreativ zu „denken“, sondern einfach effizient Dateien zu verwalten.

Fazit

XnView ist kein modernes Glamour-Tool. Und genau das macht die Software für viele Power-User interessant.

Das Programm konzentriert sich auf praktische Probleme:
Dateien sichten, organisieren, umbenennen, konvertieren und archivieren. Genau darin ist XnView bis heute erstaunlich gut.

Die Schwächen bleiben trotzdem offensichtlich:
altmodische Oberfläche, begrenzte kreative Funktionen und praktisch keine moderne AI-Integration.

Wer allerdings täglich mit großen Bildmengen arbeitet und ein schnelles, flexibles Verwaltungswerkzeug sucht, bekommt hier eines der unterschätztesten Utilities im Kreativbereich.

XnView ist weniger kreative Software als digitales Werkzeugregal.

Kurz zusammengefasst
  • Sehr schneller Bildbrowser und Medienmanager

  • Extrem starke Batch- und Konvertierungsfunktionen

  • Riesige Formatunterstützung

  • Kaum moderne AI- oder DAM-Funktionen

  • Besonders interessant für pragmatische lokale Workflows


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