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Evoto

Evoto ist eine AI-basierte Bildbearbeitungssoftware mit Fokus auf Portraitretusche und Massenbearbeitung. Die Anwendung richtet sich primär an Fotografen, die große Mengen an Portraits schnell optimieren möchten, ohne jede Aufnahme manuell in Photoshop zu bearbeiten.

Im Mittelpunkt stehen automatische Hautretusche, Gesichtsoptimierung, Makeup-Anpassungen und Hintergrundkorrekturen. Anders als klassische RAW-Editoren konzentriert sich Evoto weniger auf präzise Bildentwicklung und stärker auf schnelle, visuell auffällige Ergebnisse.

Funktionen & Features

Die Kernfunktion von Evoto ist die automatisierte Portraitretusche. Haut, Augen, Haare, Zähne und Gesichtsformen lassen sich mit wenigen Reglern gleichzeitig anpassen. Dabei arbeitet die Software nicht destruktiv über klassische Ebenen, sondern analysiert Gesichter direkt per AI-Modell.

Besonders auffällig ist die Batch-Verarbeitung. Nutzer können komplette Bildserien mit identischen Retusche-Einstellungen exportieren. Das spart vor allem bei Beauty-, Studio- oder Hochzeitsserien viel Zeit.

Zusätzlich bietet Evoto virtuelle Makeup-Funktionen, Lichtanpassungen, Hintergrundänderungen und Körpermodifikationen. Viele dieser Werkzeuge erinnern eher an Smartphone-Beautyfilter als an klassische Retusche. Die Stärke liegt klar in Geschwindigkeit, nicht in maximaler Kontrolle.

RAW-Dateien werden unterstützt, allerdings ist Evoto kein vollwertiger Ersatz für Lightroom oder Capture One. Farbmanagement, lokale Korrekturen und komplexe RAW-Workflows bleiben vergleichsweise eingeschränkt.

Technisch arbeitet Evoto stark AI-zentriert. Die Software erkennt Gesichtsbereiche automatisch und setzt Korrekturen kontextabhängig um. Das reduziert manuellen Aufwand deutlich, führt aber gleichzeitig dazu, dass Nutzer weniger direkte Kontrolle über einzelne Bearbeitungsschritte haben.

Evoto ist aktuell für Windows und macOS verfügbar. Viele Funktionen benötigen Cloud-Komponenten oder Online-Aktivierung. Der genaue Umfang lokaler Verarbeitung wird vom Hersteller nicht immer vollständig transparent erklärt.

Stärken

Evoto ist extrem schnell. Gerade Fotografen mit großen Portraitserien können Bearbeitungszeiten massiv reduzieren.

Die automatische Hautretusche funktioniert bei sauber belichteten Bildern erstaunlich konsistent. Kleine Hautunreinheiten, Augenringe oder fliegende Haare lassen sich oft ohne sichtbare Artefakte entfernen.

Auch für Nutzer ohne tiefes Photoshop-Wissen ist die Software leicht zugänglich. Viele komplexe Retusche-Schritte werden auf einfache Regler reduziert.

Interessant ist außerdem die Konsistenz innerhalb von Serien. Während manuelle Photoshop-Retusche oft leicht variiert, erzeugt Evoto relativ einheitliche Ergebnisse über ganze Shootings hinweg.

Für Social-Media-, Fashion- oder Beauty-Produktionen kann das praktisch sein, insbesondere wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als perfekte Detailkontrolle.

Schwächen

Die größte Schwäche von Evoto ist die aggressive Bildveränderung. Bereits moderate Einstellungen können Gesichter sichtbar verfremden. Haut wirkt schnell künstlich geglättet und feine Texturen gehen verloren.

Besonders problematisch wird das bei natürlicher Portraitfotografie oder cineastischen Looks. Wer bewusst Hautstruktur, Lichtfehler oder Charakterdetails erhalten möchte, muss sehr vorsichtig arbeiten.

Auch anatomische Fehler kommen vor. Augen, Lippen oder Gesichtsformen können unnatürlich verändert werden, besonders bei schwierigen Perspektiven oder starkem Licht.

Das Credit-System gehört ebenfalls zu den größten Kritikpunkten. Viele Funktionen wirken zunächst günstig, werden bei größeren Projekten aber schnell teuer. Zusätzlich entsteht eine gewisse Abhängigkeit vom Ökosystem des Herstellers.

Der Datenschutz bleibt ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Da Teile der Verarbeitung cloudbasiert arbeiten, sollten professionelle Nutzer genau prüfen, welche Bilddaten hochgeladen werden und welche Datenschutzanforderungen im eigenen Land gelten.

Für High-End-Retusche ersetzt Evoto Photoshop nicht. Komplexe Composings, präzise Dodge-&-Burn-Arbeit oder aufwendige Beautyretusche bleiben weiterhin klassische Handarbeit.

Für wen ist das Tool geeignet?

Evoto eignet sich besonders für Portrait-, Hochzeits- und Beautyfotografen mit hohem Bilddurchsatz. Wer viele ähnliche Bilder in kurzer Zeit liefern muss, spart hier real Arbeitszeit.

Auch Social-Media-Creator oder kleinere Studios profitieren vom schnellen Workflow und der einfachen Bedienung.

Für Fine-Art-, Dokumentar- oder charakterorientierte Portraitfotografie ist die Software deutlich weniger geeignet. Dort wirken die automatischen Korrekturen oft zu steril oder künstlich.

Retuscheure mit Photoshop-Erfahrung werden außerdem relativ schnell an die Grenzen der Kontrolle stoßen.

Einordnung im Markt

Evoto bewegt sich zwischen klassischer Retusche-Software und AI-Beautyfilter-System. Im Vergleich zu Lightroom liegt der Fokus deutlich stärker auf automatischer Gesichtsoptimierung statt auf präziser RAW-Entwicklung.

Gegenüber Photoshop bietet Evoto wesentlich weniger Kontrolle, dafür aber deutlich höhere Geschwindigkeit bei Standardretuschen.

Im direkten Vergleich zu Aftershoot oder Imagen arbeitet Evoto aggressiver und sichtbarer. Während Aftershoot eher versucht, vorhandene Bearbeitungsstile nachzubilden, verändert Evoto Gesichter und Haut teilweise sehr deutlich.

Gerade deshalb polarisiert die Software stark. Manche Fotografen sehen darin eine enorme Zeitersparnis, andere kritisieren die künstliche Ästhetik und den Verlust natürlicher Bildwirkung.

Fazit

Evoto ist kein Ersatz für klassische Bildbearbeitung. Die Software ist vielmehr eine spezialisierte Produktionslösung für schnelle Portraitretusche in großen Mengen.

Das funktioniert technisch beeindruckend gut, solange man den Stil der Software akzeptiert. Genau dort liegt aber auch das Problem: Evoto drückt Bildern relativ schnell einen eigenen Look auf.

Wer saubere Social-Media-, Hochzeits- oder Beautyretuschen mit minimalem Zeitaufwand erzeugen möchte, bekommt hier ein effektives Werkzeug.

Wer dagegen natürliche Haut, maximale Kontrolle oder hochwertige Fine-Art-Retusche erwartet, wird früher oder später wieder bei Lightroom und Photoshop landen.

Kurzfassung
  • Sehr schnelle AI-Portraitretusche

  • Gute Batch-Verarbeitung für große Serien

  • Haut wirkt schnell künstlich geglättet

  • Credit-System kann teuer werden

  • Stark auf Geschwindigkeit statt Präzisionsretusche ausgelegt


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