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IrfanView

IrfanView ist ein extrem leichter Bildbetrachter und Konvertierer für Windows, der seit den 90ern praktisch unverändert seinen Zweck erfüllt: Bilder schnell öffnen, verwalten und grundlegend bearbeiten. Die Software richtet sich nicht an Designer oder Retoucher im klassischen Sinne, sondern an Nutzer, die Geschwindigkeit und Funktionalität über modernes UI-Design stellen.

Trotz seines Alters gehört IrfanView immer noch zu den schnellsten Tools für Bildvorschau, Batch-Konvertierung und Dateiverwaltung. Genau deshalb wird es bis heute von Fotografen, Admins und Power-Usern genutzt.

Funktionen & Features

Der Kern von IrfanView ist schlicht: Bilder möglichst schnell anzeigen und verarbeiten.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Unterstützung für sehr viele Bildformate

  • Batch-Konvertierung

  • Batch-Umbenennung

  • Größenänderung und Zuschnitt

  • einfache Farb- und Filteranpassungen

  • Diashows

  • EXIF/IPTC-Anzeige

  • Plugin-System für zusätzliche Formate

  • Screen Capture

  • Kontaktbögen

  • OCR-Funktionen über Plugins

Besonders relevant ist die Batch-Verarbeitung. IrfanView kann tausende Dateien in kurzer Zeit umbenennen, skalieren oder konvertieren, ohne dafür einen schweren RAW-Workflow zu benötigen.

RAW-Unterstützung existiert ebenfalls, allerdings nicht auf dem Niveau spezialisierter Foto-Software. Viele Formate werden eher zur Vorschau als zur ernsthaften Entwicklung genutzt.

AI-Funktionen spielen praktisch keine Rolle. IrfanView stammt aus einer Zeit vor generativer Bildbearbeitung und verfolgt bewusst keinen modernen AI-Workflow.

Stärken

Die größte Stärke ist Geschwindigkeit.

IrfanView startet nahezu sofort, verbraucht kaum Ressourcen und reagiert auch bei großen Ordnern deutlich schneller als viele moderne Medienverwaltungen.

Praktisch relevant sind vor allem:

  • extrem schnelle Bildvorschau

  • sehr gute Batch-Funktionen

  • minimale Systemanforderungen

  • stabil auch auf älterer Hardware

  • ideal für große Bildarchive

  • erstaunlich breite Formatunterstützung

Gerade Fotografen mit riesigen Bildbeständen schätzen IrfanView oft als „Werkzeug neben Lightroom“, nicht als Ersatz dafür.

Auch für schnelle Aufgaben wie:

  • Bildgrößen anpassen

  • Web-Exports

  • Umbenennen von Serien

  • Kontaktbögen erzeugen

  • Dateiformate prüfen

ist IrfanView oft schneller erledigt als in komplexeren Programmen.

Schwächen

Das Interface wirkt technisch veraltet. Und zwar nicht im charmanten Retro-Sinn, sondern teilweise wirklich alt.

Viele Funktionen verstecken sich in Menüs, Dialogfenstern und kryptischen Optionen. Neue Nutzer müssen sich einarbeiten oder Tutorials suchen.

Weitere Probleme:

  • nur Windows

  • keine moderne Asset-Verwaltung

  • keine Ebenen

  • keine professionelle RAW-Entwicklung

  • UI-Skalierung auf hochauflösenden Displays teilweise problematisch

  • Plugin-System wirkt altmodisch

Für Designer oder kreative Bildbearbeitung ist IrfanView praktisch ungeeignet. Das Tool dient primär der Verwaltung und technischen Verarbeitung von Dateien.

Auch die Farbverwaltung ist nicht auf High-End-Workflow-Niveau. Wer farbkritisch arbeitet, wird schnell an Grenzen stoßen.

Für wen ist das Tool geeignet?

Geeignet für:

  • Fotografen mit großen Bildarchiven

  • Power-User

  • schnelle Batch-Aufgaben

  • technische Bildverwaltung

  • ältere oder schwächere Systeme

  • Nutzer, die Geschwindigkeit wichtiger finden als Design

Weniger geeignet für:

  • professionelle Retusche

  • Color Grading

  • modernes Asset Management

  • kreative Bildbearbeitung

  • AI-Workflows

  • Mac- oder Linux-Nutzer

Wer Photoshop oder Lightroom ersetzen möchte, ist hier komplett falsch. IrfanView funktioniert eher als universelles Schweizer Taschenmesser für Dateiarbeit.

Einordnung im Markt

IrfanView stammt aus einer anderen Software-Generation als moderne Bildmanager wie Bridge, Lightroom oder Eagle.

Während heutige Tools oft Datenbanken, Cloud-Sync, AI-Tagging und komplexe Kataloge nutzen, bleibt IrfanView radikal simpel: Ordner öffnen, Dateien anzeigen, fertig.

Genau dadurch bleibt die Software relevant. Viele moderne Alternativen wirken im direkten Vergleich unnötig schwerfällig, besonders für einfache Aufgaben.

Im Vergleich zu XnView ist IrfanView meist schneller und minimalistischer, aber auch funktional roher. Gegenüber FastStone Image Viewer wirkt es technischer und weniger komfortabel.

Die Zielgruppe ist deshalb klar: Nutzer, die Werkzeuge statt Plattformen wollen.

Fazit

IrfanView sieht aus wie Software aus einer anderen Ära — und genau das ist gleichzeitig seine größte Stärke.

Das Tool versucht nicht, ein modernes Kreativ-Ökosystem zu sein. Es lädt Bilder schnell, verarbeitet Dateien zuverlässig und verschwendet keine Ressourcen mit unnötigem Ballast.

Für ernsthafte Bildbearbeitung reicht das natürlich nicht aus. Aber als schneller Bildviewer, Batch-Konverter und technisches Utility ist IrfanView auch 2026 immer noch erstaunlich relevant.

Wer moderne UI, Cloud-Features oder AI-Unterstützung erwartet, wird das Programm vermutlich nach fünf Minuten wieder schließen. Wer dagegen pragmatisch arbeitet, versteht sofort, warum IrfanView seit Jahrzehnten überlebt.

Kurz zusammengefasst
  • Extrem schnell und ressourcenschonend

  • Sehr gute Batch-Verarbeitung

  • Veraltete Benutzeroberfläche

  • Kein Ersatz für Lightroom oder Photoshop

  • Ideal als technisches Zusatzwerkzeug für Fotografen


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