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Paint.NET

Paint.NET ist ein kostenloser Bildeditor für Windows, der ursprünglich als einfaches Studentenprojekt begann und sich über die Jahre zu einer erstaunlich ausgereiften Desktop-Anwendung entwickelt hat. Der Fokus liegt klar auf schneller, unkomplizierter Bildbearbeitung statt auf einem kompletten Kreativ-Ökosystem wie Adobe Photoshop.

Das Tool arbeitet mit Ebenen, unterstützt Plugins und läuft selbst auf älterer Hardware meist angenehm flüssig. Mit den aktuellen 5.x-Versionen modernisiert sich Paint.NET zudem technisch deutlich stärker als viele vermuten.

Funktionen & Features

Paint.NET konzentriert sich auf klassische Bildbearbeitung und vermeidet unnötigen Ballast. Das merkt man sowohl an der Oberfläche als auch am Workflow.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Ebenen mit Blendmodi

  • Auswahl- und Maskierungswerkzeuge

  • Korrekturen für Farbe, Kontrast und Belichtung

  • einfache Retusche- und Klonwerkzeuge

  • Text- und Shape-Funktionen

  • Live-Vorschau vieler Effekte

  • Plugin-Unterstützung für Effekte, Dateiformate und Erweiterungen

Besonders relevant ist das Plugin-System. Viele Funktionen, die Paint.NET standardmäßig fehlen, werden über Community-Plugins ergänzt. Dazu gehören zusätzliche Filter, bessere Dateiformate oder Spezialeffekte. Dadurch bleibt die Grundinstallation vergleichsweise schlank.

Für Fotografen interessant:
Paint.NET unterstützt zwar RAW-Dateien über Plugins, ist aber kein echter RAW-Entwickler wie Lightroom, Darktable oder Capture One. Der Workflow eignet sich eher für einzelne Bearbeitungen nach der Entwicklung, nicht für große Bildserien oder Katalogisierung.

AI-Funktionen spielen aktuell kaum eine Rolle. Es existieren zwar vereinzelte Community-Projekte und externe Integrationen, aber Paint.NET ist kein modernes AI-Compositing- oder Generative-Image-Tool. Wer intensiv mit Stable Diffusion, ComfyUI oder Photoshop Generative Fill arbeitet, wird schnell an Grenzen stoßen.

Technisch interessanter sind momentan die internen Änderungen der 5.x-Generation. Die neue Render-Engine und das modernisierte Plugin-System deuten darauf hin, dass sich Paint.NET langfristig stärker Richtung professioneller Bildpipeline entwickeln könnte. Wie weit das tatsächlich gehen wird, ist allerdings noch offen.

Stärken

Die größte Stärke von Paint.NET ist Geschwindigkeit. Das Programm startet schnell, reagiert direkt und fühlt sich deutlich leichter an als viele Konkurrenten. Gerade für kleine bis mittlere Bearbeitungen spart das im Alltag Zeit.

Auch die Oberfläche ist angenehm reduziert. Viele Bildeditoren wirken inzwischen überladen oder versuchen gleichzeitig Fotoverwaltung, AI-Hub und Designsuite zu sein. Paint.NET bleibt dagegen fokussiert.

Im Praxisalltag eignet sich das Tool besonders gut für:

  • Social-Media-Grafiken

  • schnelle Retuschen

  • Thumbnails

  • einfache Fotobearbeitung

  • Text-Overlays

  • PNG-Assets

  • kleinere Composings

Dazu kommt die überraschend aktive Plugin-Community. Viele Nutzer bauen sich ihr eigenes kleines Photoshop-Light zusammen, ohne dabei ein komplexes Adobe-Ökosystem pflegen zu müssen.

Positiv fällt außerdem die Stabilität auf. Paint.NET gehört zu den wenigen kostenlosen Editoren, die sich über Jahre relativ konsistent und unproblematisch nutzen lassen.

Schwächen

Paint.NET stößt schnell an Grenzen, sobald Projekte komplexer werden.

Die RAW-Unterstützung bleibt im Vergleich zu spezialisierten Fototools rudimentär. Farbmanagement, professionelle Druckvorbereitung oder High-End-Retusche gehören ebenfalls nicht zu den Stärken der Software.

Auch bei großen Dateien merkt man, dass Paint.NET eher als leichter Desktop-Editor gedacht ist. Sehr komplexe PSDs oder umfangreiche Layer-Projekte können problematisch werden.

Die Plugin-Abhängigkeit ist ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Viele Funktionen existieren nur über Drittanbieter-Erweiterungen. Das führt teilweise zu:

  • inkonsistenter Bedienung

  • veralteten Plugins

  • inkompatiblen Erweiterungen nach Updates

Für professionelle AI-Workflows ist Paint.NET derzeit kaum relevant. Es fehlen moderne Generative-AI-Funktionen, Node-basierte Systeme oder ernsthafte Automatisierungsoptionen.

Dazu kommt die Windows-Bindung. Wer auf macOS oder Linux arbeitet, fällt komplett heraus.

Für wen ist das Tool geeignet?

Paint.NET eignet sich gut für:

  • Fotografen mit einfachem Bearbeitungsbedarf

  • Content-Creator

  • Hobby-Designer

  • AI-Artists für schnelle Nachbearbeitung

  • Nutzer älterer Windows-Systeme

  • Menschen, die Photoshop bewusst vermeiden wollen

Weniger geeignet ist es für:

  • professionelle Retusche

  • Print-Workflows

  • große RAW-Produktionen

  • komplexe Composings

  • Studio- oder Agenturpipelines

  • moderne AI-Produktionsumgebungen

Gerade Fotografen sollten Paint.NET eher als Ergänzung sehen, nicht als vollständigen Lightroom- oder Photoshop-Ersatz.

Einordnung im Markt

Paint.NET sitzt heute irgendwo zwischen GIMP, Photopea und klassischen Lightweight-Editoren.

Im Vergleich zu GIMP wirkt Paint.NET deutlich zugänglicher und schneller, bietet dafür aber weniger Tiefe. Gegenüber Photopea fehlt die Plattformunabhängigkeit, dafür läuft Paint.NET lokal wesentlich angenehmer und ohne Browser-Overhead.

Interessant ist vor allem, dass Paint.NET trotz seines Alters moderner wirkt als manche Open-Source-Konkurrenten. Die UI ist zwar schlicht, aber funktional und erstaunlich effizient.

Photoshop ersetzt das Tool nicht. Dafür fehlen schlicht zu viele professionelle Funktionen. Trotzdem ist Paint.NET für viele reale Alltagsaufgaben oft schneller und unkomplizierter.

Fazit

Paint.NET ist kein Geheimtipp mehr, wird aber immer noch regelmäßig unterschätzt.

Das Tool versucht nicht, alles gleichzeitig zu sein. Genau das macht es interessant. Wer schnelle Bildbearbeitung ohne unnötige Komplexität sucht, bekommt hier einen erstaunlich stabilen und effizienten Editor.

Für professionelle Fotografen oder anspruchsvolle AI-Workflows reicht der Funktionsumfang langfristig nicht aus. Als leichtgewichtige Ergänzung für schnelle Edits, Social Content oder kleinere Grafikarbeiten funktioniert Paint.NET dagegen sehr gut.

Die aktuelle technische Modernisierung macht außerdem deutlich, dass die Entwicklung keineswegs stillsteht. Sollte Paint.NET den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen, könnte die kommende Major-Version deutlich relevanter werden als viele erwarten.

Kurz zusammengefasst
  • Sehr schneller und schlanker Bildeditor für Windows

  • Gute Ebenen- und Plugin-Unterstützung

  • Ideal für schnelle Bearbeitung und Webgrafiken

  • Keine ernsthafte Konkurrenz zu Photoshop oder Lightroom

  • Für viele Alltagsaufgaben praktischer als komplexe Profi-Suiten


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