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Invoke AI

Invoke AI ist eine lokale Oberfläche für Stable-Diffusion-Workflows mit Fokus auf kontrollierte Bildbearbeitung statt reiner Prompt-Spielerei. Das Tool kombiniert klassischen Image-Generation-Workflow mit einem layerbasierten Canvas, Node-System und präzisem Inpainting. Der Schwerpunkt liegt klar auf Kontrolle und Produktionsworkflow, nicht auf „ein Klick = fertiges Kunstwerk“. Genau das macht Invoke interessant - und gleichzeitig für viele unnötig kompliziert.  

Funktionen & Features

Der wichtigste Teil von Invoke ist der sogenannte Unified bzw. Control Canvas. Statt einfach nur Prompts einzugeben, arbeitet man direkt auf einer Fläche mit Layern, Bounding Boxes, Masken und lokalen Bearbeitungen. Inpainting und Outpainting gehören hier nicht zu irgendwelchen Zusatzfunktionen, sondern sind zentraler Bestandteil des gesamten Workflows.  

Dazu kommt ein Node-basiertes Workflow-System, das stark an ComfyUI erinnert, aber deutlich strukturierter und weniger chaotisch wirkt. Modelle, LoRAs, ControlNets und verschiedene Verarbeitungsschritte lassen sich als Node-Graph kombinieren. Invoke versucht dabei sichtbar, komplexe Workflows zugänglicher zu machen als ComfyUI. ControlNet-Support ist vorhanden, inklusive typischer Inputs wie Pose, Depth oder Canny. Auch regionale Steuerung und mehrstufige Bildbearbeitung gehören inzwischen zum normalen Workflow.  

Interessant ist außerdem die nicht-destruktive Arbeitsweise. Neue Generationen landen als eigene Raster-Layer auf dem Canvas. Das wirkt deutlich näher an Photoshop als an typischen Stable-Diffusion-WebUIs.  

Stärken

Invoke ist eines der wenigen AI-Tools, das sich tatsächlich wie ein kreatives Arbeitswerkzeug anfühlt und nicht wie ein glorifizierter Prompt-Generator. Die größte Stärke ist die Kombination aus lokaler Kontrolle und visueller Bearbeitung. Gerade für Fotografen oder Compositing-lastige Arbeiten ist das deutlich sinnvoller als blindes Prompting. Bereiche können gezielt neu generiert werden, ohne jedes Mal das komplette Bild zu zerstören.

Das Canvas-System ist außerdem deutlich angenehmer als klassische Masken-Workflows in vielen anderen SD-UIs. Besonders Outpainting funktioniert sauber und nachvollziehbar. Für iterative Bildentwicklung ist Invoke extrem stark. Auch die Oberfläche wirkt professioneller als bei vielen Open-Source-Konkurrenten. ComfyUI ist technisch mächtiger, aber Invoke ist strukturierter, verständlicher und weniger „Node-Salat“.

Ein weiterer Vorteil: komplett lokal. Keine Cloud-Abhängigkeit, keine Zensurfilter von SaaS-Plattformen, keine laufenden Bildcredits. Gerade im professionellen Umfeld ist das für viele ein echtes Argument.

Schwächen

Invoke hat eine klare Lernkurve. Wer einfach nur hübsche Bilder generieren will, wird mit Fooocus oder Midjourney schneller ans Ziel kommen. Das Tool ist außerdem hardwarehungrig. Größere Workflows, SDXL oder moderne Flux-/ZiT-Modelle machen auf schwächeren GPUs keinen Spaß. Auf Macs läuft es zwar grundsätzlich, aber deutlich langsamer als auf NVIDIA-Systemen.

Die größte Schwäche liegt aber im Workflow selbst: Invoke versucht, Photoshop-artige Kontrolle mit Diffusion-Modellen zu kombinieren. Das funktioniert oft gut — aber eben nicht immer. Auch hier gilt weiterhin das Grundproblem aller lokalen SD-Workflows: kleine Änderungen können unerwartet große Bildbereiche beeinflussen. Soft Inpainting verändert teilweise Bildbereiche außerhalb der eigentlichen Maske. Genau das kritisieren viele Nutzer bis heute.  

Dazu kommt: Manche Features wirken noch unfertig oder inkonsistent dokumentiert. Das betrifft besonders komplexere Node-Workflows und neue Modellintegration. Wer aus der klassischen Adobe-Welt kommt, merkt schnell, dass Open-Source-AI-Tools oft noch Entwicklermentalität statt Produktreife haben.

Für wen ist das Tool geeignet?

Invoke eignet sich besonders für:

  • AI-Artists mit Fokus auf Kontrolle statt Zufall

  • Fotografen, die AI gezielt in Retusche oder Compositing integrieren wollen

  • Nutzer, die lokal arbeiten möchten

  • Fortgeschrittene Stable-Diffusion-User

  • Künstler, die iterative Bildentwicklung mögen

Weniger geeignet ist es für:

  • komplette Anfänger

  • Nutzer ohne technische Grundkenntnisse

  • Leute, die einfach nur schnelle Social-Media-Bilder generieren wollen

  • Anwender mit schwacher Hardware

  • Personen, die „Prompt rein, Ergebnis raus“ bevorzugen

Einordnung im Markt

Invoke sitzt aktuell irgendwo zwischen ComfyUI und klassischen One-Click-Tools wie Fooocus oder Leonardo. ComfyUI ist flexibler und technisch mächtiger, wirkt aber oft wie ein Entwicklerprojekt mit UI. Invoke versucht dagegen, komplexe AI-Workflows in eine produktionsfähige Oberfläche zu packen. Das gelingt überraschend oft. Gegenüber Midjourney oder Firefly hat Invoke deutlich mehr Kontrolle und lokale Freiheit, dafür aber weniger Komfort und deutlich höhere Einstiegshürden.

Für viele ernsthafte Nutzer ergibt sich inzwischen eine klare Arbeitsteilung:
ComfyUI für extreme Spezial-Workflows, Invoke für kontrollierte Bildbearbeitung und Canvas-Arbeit. Genau diese Kombination wird inzwischen oft parallel genutzt.  

Fazit

Invoke gehört aktuell zu den interessantesten lokalen AI-Tools für ernsthafte Bildarbeit. Nicht wegen irgendwelcher „Magic AI“-Features, sondern weil das Tool versucht, Diffusion-Workflows tatsächlich produktionsfähig zu machen. Der Canvas-Ansatz ist sinnvoll. Das Layer-System ebenfalls. Gerade für Fotografen und Compositing-Arbeit ist Invoke oft deutlich praktischer als reine Prompt-Generatoren.

Trotzdem bleibt es ein Tool für Leute, die bereit sind, Zeit zu investieren. Wer keine Lust auf Modelle, Nodes, VRAM-Probleme und experimentelle Workflows hat, wird schnell genervt sein. Invoke ist kein bequemes AI-Spielzeug. Aber genau deshalb für viele Kreative interessanter als die glattgebügelten Cloud-Dienste.

Kurzfassung
  • Einer der stärksten lokalen AI-Editoren für kontrollierte Bildbearbeitung

  • Sehr gutes Canvas- und Inpainting-System

  • Deutlich strukturierter als ComfyUI

  • Hohe Lernkurve und teils sperriger Workflow

  • Besonders interessant für Fotografen, Compositing und iterative AI-Artworkflows


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