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Forge WebUI

Forge WebUI ist ein Fork von AUTOMATIC1111, optimiert für moderne Stable-Diffusion-Workflows und effizientere Speichernutzung. Entwickelt wurde Forge von lllyasviel, dem Entwickler hinter ControlNet und Fooocus. Ziel des Projekts ist nicht, das komplette Bedienkonzept neu zu erfinden, sondern A1111 technisch zu modernisieren: bessere VRAM-Nutzung, schnellere Model-Integration und stabilere Unterstützung neuer Architekturen wie SDXL oder Flux. Genau deshalb hat Forge in kurzer Zeit einen großen Teil der klassischen A1111-Community übernommen.

Funktionen & Features

Forge basiert weiterhin stark auf der bekannten AUTOMATIC1111-Oberfläche. Wer bereits mit A1111 gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht: txt2img, img2img, Inpainting, ControlNet, LoRAs, Embeddings und Upscaler funktionieren weitgehend wie gewohnt.

Der Unterschied steckt unter der Haube.

Forge integriert moderne Backend-Optimierungen deutlich aggressiver als das Originalprojekt. Besonders bei SDXL-Modellen fällt das auf. Während klassisches A1111 mit SDXL lange eher wie ein Workaround wirkte, läuft Forge spürbar sauberer und effizienter.

Ein großer Fokus liegt auf dynamischem VRAM-Management. Modelle, VAE und einzelne Komponenten werden flexibler geladen und ausgelagert. Gerade Nutzer mit 8–12 GB VRAM profitieren davon, weil deutlich größere Workflows möglich werden, ohne sofort in CUDA-Errors zu laufen.

Auch Flux-Unterstützung wurde vergleichsweise früh integriert. Zwar hängt die tatsächliche Nutzbarkeit weiterhin massiv von der Hardware ab, aber Forge gehört aktuell zu den praktikableren klassischen WebUIs für lokale Flux-Experimente.

ControlNet bleibt ein zentraler Bestandteil des Workflows. Kein Wunder, da der Entwickler selbst hinter ControlNet steckt. Entsprechend funktionieren moderne Conditioning-Workflows meist stabiler und aktueller als bei vielen anderen A1111-Forks.

Dazu kommen:

  • integrierte Unterstützung für SD1.5, SDXL und teilweise Flux

  • LoRA-Handling ohne große Umwege

  • vereinfachte Speicherverwaltung

  • hohe Kompatibilität zu bestehenden A1111-Extensions

  • API-Nutzung für externe Tools und Automatisierung

Was Forge bewusst nicht macht: Node-basierte Workflows wie ComfyUI ersetzen. Die Philosophie bleibt klar „klassische Oberfläche statt Workflow-Graph“.

Stärken

Der größte Vorteil ist simpel: Forge fühlt sich wie das A1111 an, das viele Nutzer eigentlich seit Jahren wollten.

Die bessere Speicherverwaltung macht in der Praxis oft mehr Unterschied als reine Geschwindigkeit. Gerade SDXL läuft auf Mittelklasse-GPUs deutlich entspannter. Nutzer mit RTX 3060, 4060 oder ähnlicher Hardware merken das sofort.

Dazu kommt die hohe Kompatibilität. Viele bestehende Extensions funktionieren weiterhin, wodurch bestehende Workflows nicht komplett neu aufgebaut werden müssen. Genau das ist einer der Gründe, warum Forge so schnell populär wurde.

Positiv ist auch die relativ pragmatische Entwicklung. Forge versucht nicht zwanghaft, jede experimentelle AI-Idee sofort einzubauen, sondern konzentriert sich stärker auf funktionierende tägliche Nutzung.

Im Gegensatz zu ComfyUI eignet sich Forge außerdem deutlich besser für schnelles iteratives Arbeiten. Prompt ändern, Generate drücken, Ergebnis prüfen. Gerade Fotografen und Künstler, die nicht jede Generation als technischen Node-Graph aufbauen wollen, arbeiten damit oft effizienter.

Schwächen

Forge hat im Kern immer noch das gleiche Problem wie AUTOMATIC1111: Das System ist historisch gewachsen und entsprechend teilweise chaotisch.

Die Oberfläche wirkt mittlerweile überladen. Wer neu einsteigt, bekommt schnell das Gefühl, gleichzeitig zehn verschiedene AI-Generationen lernen zu müssen. Tabs, Scripts, Extensions, Sampling-Optionen und versteckte Parameter erschlagen viele Nutzer regelrecht.

Auch die Extension-Kompatibilität ist nicht immer sauber. Manche Plugins funktionieren problemlos, andere brechen nach Updates oder benötigen manuelle Anpassungen. Das ist kein exklusives Forge-Problem, aber weiterhin Realität.

Dazu kommt die übliche Stable-Diffusion-Abhängigkeit von Python, CUDA-Versionen und Torch-Builds. Forge vereinfacht einiges, löst aber nicht die grundlegende Fragilität lokaler AI-Stacks.

Mac-User bleiben ebenfalls eher zweite Wahl. Zwar existieren Möglichkeiten über MPS oder externe Anpassungen, aber die eigentliche Zielplattform bleibt klar NVIDIA/CUDA unter Windows oder Linux.

Ein weiterer Punkt: Forge wirkt aktuell manchmal wie ein Zwischenstadium zwischen klassischem WebUI und moderner AI-Infrastruktur. Einige neue Modelle oder Features werden schnell integriert, andere Bereiche bleiben dagegen stark an alte A1111-Strukturen gebunden. Langfristig könnte genau das problematisch werden.

Für wen ist das Tool geeignet?

Forge passt gut zu:

  • bestehenden AUTOMATIC1111-Nutzern

  • AI-Artists mit Fokus auf SDXL oder Flux

  • Nutzern mit mittlerer VRAM-Ausstattung

  • Fotografen und Designer mit klassischem Prompt-Workflow

  • Anwendern, die lokale Kontrolle statt Cloud-Generatoren wollen

Weniger geeignet ist es für:

  • absolute Anfänger ohne technisches Grundverständnis

  • Nutzer, die maximal einfache Bedienung erwarten

  • reine Mac-Workflows

  • komplexe Produktionspipelines mit Node-Systemen

  • Anwender, die komplett stabile „Installieren und vergessen“-Software suchen

Einordnung im Markt

Forge sitzt aktuell genau zwischen AUTOMATIC1111 und ComfyUI.

Gegenüber klassischem A1111 wirkt Forge moderner, effizienter und realistischer für aktuelle Modelle wie SDXL oder Flux. Viele sehen es inzwischen faktisch als den eigentlichen Nachfolger.

ComfyUI bleibt dagegen deutlich flexibler und technisch mächtiger. Wer komplexe Multi-Step-Workflows, professionelle Pipeline-Kontrolle oder experimentelle Architektur-Kombinationen bauen will, landet langfristig meist dort.

Fooocus verfolgt wiederum den gegenteiligen Ansatz: maximale Vereinfachung statt maximale Kontrolle. Forge richtet sich klar an Nutzer, die bewusst Einstellungen und technische Kontrolle behalten wollen.

Gerade deshalb dürfte Forge aktuell für viele lokale AI-Artists der pragmatischste Mittelweg sein.

Fazit

Forge WebUI gehört momentan zu den sinnvollsten lokalen Stable-Diffusion-Frontends für ernsthafte tägliche Nutzung.

Nicht weil es perfekt wäre, sondern weil es viele reale Probleme von AUTOMATIC1111 tatsächlich verbessert. SDXL läuft besser, VRAM wird effizienter genutzt und bestehende Workflows bleiben größtenteils erhalten.

Die Schwächen bleiben trotzdem sichtbar: technisch fragiles Ökosystem, teilweise überladene Oberfläche und die generelle Komplexität lokaler AI-Setups. Wer einfache One-Click-AI erwartet, wird hier schnell frustriert sein.

Für Nutzer, die bereits im Stable-Diffusion-Kosmos unterwegs sind, ist Forge aktuell aber wahrscheinlich die vernünftigste klassische WebUI-Lösung zwischen „zu simpel“ und „Node-Hölle“.

Kurz zusammengefasst
  • Modernisierte Alternative zu AUTOMATIC1111

  • Deutlich besser für SDXL und größere Modelle

  • Gute VRAM-Verwaltung für Mittelklasse-GPUs

  • Klassischer Prompt-Workflow statt Node-System

  • Technisch deutlich angenehmer als altes A1111, aber weiterhin kein Anfänger-Tool


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