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Vividon: Photoshop-Plugin ändert Licht im Nachhinein

Das Stockholmer Startup Vividon.ai bietet ein Relighting-Plugin für Adobe Photoshop. Es verändert die Beleuchtung eines Fotos nachträglich, ohne klassisches Dodge & Burn oder Compositing. Die Bedienung läuft über Presets, nicht über Prompts. Jede Änderung landet auf einer eigenen Ebene und lässt sich mit Deckkraft, Füllmethoden und Masken weiterbearbeiten. Das Original bleibt unangetastet.

Die Preset-Bibliothek umfasst laut Anbieter über 100 Lichtstimmungen. Beispiele wie „German Expressionist“, „1940s Film Noir“ oder „Theater Spotlight“ zielen klar auf stilisierte Looks. Das spart Zeit, ersetzt aber kein sauberes Lichtsetup am Set. Die Ergebnisse hängen stark vom Ausgangsbild ab – flaches oder schlechtes Licht wird nicht automatisch „gut“, sondern nur anders.

Die Funktion „Match“ soll die Lichtcharakteristik eines Referenzbilds übernehmen. Das klingt sinnvoll für Serienkonsistenz, ist aber noch ein Versprechen. Ohne eigene Tests bleibt offen, wie zuverlässig das in der Praxis funktioniert, vor allem bei komplexen Szenen oder gemischtem Licht.

Eigene Licht-Setups lassen sich ebenfalls erstellen. Wie granular diese Kontrolle ist (z. B. getrennte Lichtquellen, Richtung, Intensität), wird nicht klar kommuniziert. Hier fehlt Transparenz. Entwickelt wurde das Tool laut Hersteller mit Retusche-Studios und Fotografen. Das ist plausibel, sagt aber nichts über die Qualität im Alltag aus.

Kritikpunkte sind konkret: Laut PetaPixel gibt es vor der Anwendung keine Vorschau – Credits werden also verbraucht, bevor man das Ergebnis sieht. Das ist ein unnötiges Risiko im Workflow. Zudem kann sich bei Porträts der Gesichtsausdruck leicht verändern oder der Hintergrund inkonsistent werden. Das deutet darauf hin, dass nicht nur Licht, sondern Bildinhalte mit verändert werden. Für saubere Retusche ist das problematisch.

Preismodell: Early Access mit 30 freien Credits. Danach Abo ab 10 USD/Monat (130 Credits) bis 55 USD/Monat (950 Credits), zusätzliche Credits gegen Aufpreis. Ohne klare Vorschau wird das schnell teuer, wenn man iterieren muss.

Einschränkung: Aufgrund von Safety-Filtern können keine NSFW-Inhalte bearbeitet werden.

Fazit:
Interessanter Ansatz für schnelle Stilvarianten und Look-Matching. Für präzise, reproduzierbare Ergebnisse bleibt klassisches Lighting und Compositing derzeit die verlässlichere Methode. Das fehlende Preview-System und mögliche Bildveränderungen außerhalb der Beleuchtung sind klare Schwächen.

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