Die Lübecker PRC GmbH hat mit Excire Foto 2027 eine neue Version ihrer KI-gestützten Bildverwaltung veröffentlicht. Neben einer überarbeiteten Oberfläche und einer neuen Weltkartenansicht steht vor allem eine Funktion im Mittelpunkt: die automatische Texterkennung direkt in Fotos.
Wer bereits mit Excire arbeitet, kennt das Grundprinzip. Die Software analysiert Fotos lokal auf dem eigenen Rechner und erstellt daraus durchsuchbare Informationen. Im Gegensatz zu vielen Cloud-Lösungen verlassen die Bilddaten dabei nicht den Computer. Auch ein Abonnement gibt es weiterhin nicht.
Die spannendste Neuerung ist die OCR-Funktion. Excire kann nun sichtbare Texte innerhalb von Bildern erkennen und indexieren. Dazu gehören beispielsweise Straßenschilder, Plakate, Schaufensterbeschriftungen, Dokumente oder andere Schriftzüge im Bild. Anschließend lassen sich Archive gezielt nach diesen Begriffen durchsuchen.
Für viele Fotografen klingt das zunächst unspektakulär. In der Praxis könnte die Funktion jedoch überraschend nützlich sein. Wer jemals versucht hat, ein bestimmtes Urlaubsfoto mit einem Straßennamen im Hintergrund oder eine Aufnahme eines bestimmten Geschäfts wiederzufinden, weiß wie schnell man sich durch tausende Bilder klicken kann. Wenn die Texterkennung zuverlässig arbeitet, könnten solche Bilder künftig über wenige Suchbegriffe gefunden werden.
Wie gut die Erkennung bei kleinen, unscharfen oder teilweise verdeckten Schriftzügen funktioniert, lässt sich anhand der bisherigen Herstellerinformationen allerdings noch nicht beurteilen. Unabhängige Praxistests liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kaum vor. Hier wird sich erst zeigen müssen, wie treffsicher die neue Suchfunktion im Alltag wirklich arbeitet.
Ebenfalls neu ist eine Weltkartenansicht. Fotos mit GPS-Daten können direkt auf einer Karte angezeigt und erkundet werden. Für Reise-, Landschafts- oder Streetfotografen kann das eine praktische Ergänzung sein. Wer dagegen überwiegend im Studio arbeitet oder Kameras ohne Geotagging nutzt, wird von dieser Funktion vermutlich weniger profitieren.
Hinzu kommt eine visuelle Zeitachse, über die sich Aufnahmen chronologisch durchsuchen lassen. Gerade bei größeren Archiven oder mehrtägigen Shootings kann das helfen, bestimmte Bildserien schneller wiederzufinden. Die neue Oberfläche wurde außerdem umgestaltet und soll Suchfunktionen, Filter und Metadaten übersichtlicher zugänglich machen.
Auch an der Bildauswahl wurde gearbeitet. Eine neue Übersichtsansicht erinnert an einen klassischen Leuchttisch und soll das Vergleichen und Aussortieren größerer Bildmengen erleichtern. Ergänzend stehen ein Kompositionsraster und ein Peaking-Modus zur Verfügung, um Schärfe und Bildaufbau schneller beurteilen zu können.
Aus unserer Sicht ist die Texterkennung die eigentliche Neuigkeit von Excire Foto 2027. Kartenansicht und überarbeitete Oberfläche sind sinnvolle Ergänzungen, lösen aber keine grundlegend neuen Probleme. Die Möglichkeit, Fotos über sichtbare Schriftinhalte zu durchsuchen, könnte dagegen für viele Fotografen einen echten Mehrwert bieten – vorausgesetzt die OCR-Erkennung hält in der Praxis, was die Herstellerbeschreibung verspricht.
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